{"id":1370,"date":"2014-10-26T13:48:43","date_gmt":"2014-10-26T13:48:43","guid":{"rendered":"http:\/\/jcmeister.de\/?page_id=1370"},"modified":"2018-08-23T16:37:01","modified_gmt":"2018-08-23T16:37:01","slug":"3dh","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/jcmeister.de\/projects\/3dh\/","title":{"rendered":"3DH"},"content":{"rendered":"<p><!--:--><!--:de--><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/jcmeister.de\/3dh-en\/\">&#8230; in English<\/a><\/p>\n<h2><a href=\"http:\/\/threedh.catma.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Dreidimensionale dynamische Daten-Visualisierung und Exploration f\u00fcr Digital Humanities-Forschung <\/strong><\/a><\/h2>\n<address style=\"padding-left: 30px;\">Physically visualizing data empowers human cognitive processes and enables us to see what might not otherwise be seen when reviewing more traditional representations.<\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\">(Chavez 2012:3)<\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0<a href=\"https:\/\/jcmeister.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/3dh-logo-final-small.png\" rel=\"attachment wp-att-1504\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1504\" src=\"https:\/\/jcmeister.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/3dh-logo-final-small.png\" alt=\"3dh-logo-final-small\" width=\"300\" height=\"227\" \/><\/a><\/address>\n<h2>Kurzbeschreibung<\/h2>\n<p><a href=\"http:\/\/threedh.catma.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">3DH<\/a> ist ein 3-j\u00e4hriges Pilotprojekt zur Vorbereitung eines umfassenderen Verbundforschungsvorhabens in der anschlie\u00dfenden Hauptphase. Laufend aktualisierte Fortschrittsberichte finden Sie auf der <a href=\"http:\/\/threedh.catma.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">3DH-Projektwebsite<\/a>.<\/p>\n<p>Forschungsgegenstand ist die dynamische Visualisierung und Exploration geisteswissenschaftlicher Daten in den <em>Digital Humanities<\/em> unter besonderer Ber\u00fccksichtigung von 3D-Visualisierungsmethoden. Das Pilotprojekt soll hierzu (a) eine theoretisch-methodische Orientierung sowie prototypische Visualisierungstools als Demonstratoren erarbeiten und auf dieser Grundlage (b) einen Antrag zur Finanzierung des Verbundforschungsvorhabens (Hauptphase) formulieren und einreichen. Potentielle F\u00f6rderformate f\u00fcr die Hauptphase sind u.a. HORIZON 2020-REFLECTIVE 7 und das DFG\/NEH <em>Bi-lateral Digital Humanities Programme<\/em>. Das Projekt <a href=\"http:\/\/threedh.catma.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">3DH<\/a>\u00a0 wird ab 2016 und f\u00fcr die Dauer von drei Jahren von der Beh\u00f6rde f\u00fcr Wissenschaft und Forschung der Hansestadt Hamburg gef\u00f6rdert.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h2>Projektstart<\/h2>\n<p>Das <a href=\"http:\/\/threedh.catma.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">3DH<\/a>-Projekt ist offiziell am 1. February 2016 gestartet. W\u00e4hrend des Sommersemesters 2016 (April bis Juli) begr\u00fcssen wir als Gastprofessoren und Visualisierungsexperten in unserem Team<\/p>\n<ul>\n<li>Prof. Johanna Drucker, UCLA &#8211; https:\/\/gseis.ucla.edu\/directory\/johanna-drucker\/<\/li>\n<li>Prof. Geoffrey Rockwell, University of Alberta \/ Canada &#8211; http:\/\/geoffreyrockwell.com\/<\/li>\n<\/ul>\n<p>Johanna und Geoffrey: Willkommen in Hamburg &#8211; wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Sommersemesters 2016 wird das <a href=\"http:\/\/threedh.catma.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">3DH<\/a> Projekt lose koordiniert mit einer zeitgleich stattfindenden \u00f6ffentlichen Rinvorlesung (auf Englisch), die unter dem Titel &#8220;Dynamic Data Visualization in the Humanities&#8221; ab dem 7. April l\u00e4uft (Donnerstags 16-18:00 in ESA J &#8211; LV 52-125).<\/p>\n<p>Das <a href=\"http:\/\/threedh.catma.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">3DH<\/a> -Projekt wird dar\u00fcberhinaus fruchtbare Verbindungen herstellen zu meinem Seminar II mit dem Titel &#8220;Distant reading\u2018 und Datenvisualisierung&#8221; (Montags 10-12 am &#8211; Code 52-241)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Projektteam 2016<\/h2>\n<ul>\n<li>Prof. Jan Christoph Meister &#8211; Projektleiter<\/li>\n<li>Marco Petris, Dipl. Inf. &#8211; wiss. Mitarbeiter<\/li>\n<li>Rabea Kleymann, MA &#8211; wiss. Mitarbeiterin<\/li>\n<li>Jana Berens &#8211; Studentische Hilfskraft<\/li>\n<li>Prof. Johanna Drucker (Gastprofessorin im Sommersemester 2016)<\/li>\n<li>Prof. Geoffrey Rockwell (Gastprofessor im Sommersemester 2016)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Ausf\u00fchrliche Projektbeschreibung und Zielsetzungen<\/h2>\n<h3><strong>1 Problemstellung<\/strong><\/h3>\n<p>Der Einsatz digitaler Methoden in den Geisteswissenschaften und insbesondere im Rahmen von <em>Digital Humanities<\/em>-Projekten hat in den letzten Jahren gro\u00dfe Mengen an Daten produziert, die die <em>Big data<\/em>-Thematik auch f\u00fcr die Geisteswissenschaften zunehmend relevant machen. Nicht nur die schiere Menge dieser Objekt- und Meta-Daten w\u00e4chst jedoch stetig. Kennzeichnend f\u00fcr geisteswissenschaftliche Prim\u00e4r- und Metadaten ist zugleich, dass sie besonders komplexe und teils sogar exponentiell expandierende Daten-Strukturen aufweisen: <!--:--><!--more--><!--:de-->die Forschungsfragen, die den geisteswissenschaftlichen Erkenntnisprozess motivieren, sind typischerweise multidimensional; sie reflektieren Zust\u00e4nde, aber zugleich auch historische Abl\u00e4ufe und Bez\u00fcge; sie interagieren i.d.R. dynamisch mit dem Erkenntnisinteresse. Die f\u00fcr diesen Typus von Forschungsdesign relevanten Antworten lassen sich entsprechend selten aus Datenlisten oder Tabellen entnehmen &#8211; sie erschlie\u00dfen sich nicht direkt aus ermittelten Messwerten, sondern aus dynamischen Modellen, die sich iterativ fortentwickeln. <em>Big data<\/em> meint insofern in den Geisteswissenschaften immer zugleich: <em>complex &amp; dynamic data<\/em>. Diese methodische Erfordernis macht Modellierungen wie Datenanalysen um ein vielfaches aufw\u00e4ndiger \u2013 und das nicht nur f\u00fcr den Computer, der die Daten generiert, sondern vor allen Dingen f\u00fcr den Forscher, der die generierten Daten in seinem Erkenntnisprozess fruchtbar machen will. Visualisierungen spielen bei der Datenexploration heute in allen Wissenschaften eine zentrale Rolle. Sie m\u00fcssen jedoch eine zus\u00e4tzliche Eigenschaft aufweisen, wenn sie der besonderen Dynamik geisteswissenschaftlicher Forschungsprozessen gerecht werden wollen \u2013 die der Interaktivit\u00e4t. Entsprechend formuliert Sinclair (2013):<\/p>\n<address style=\"padding-left: 30px;\">Interactive visualizations [\u2026] aim to explore available information, often as part of a process that is both sequential and iterative. That is, some steps come before others, but the researcher may revisit previous steps at a later stage and make different choices, informed by the outcomes produced in the interim.<\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\">(Sinclair et al. 2013:2)<\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0<\/address>\n<p>Vor diesem Hintergrund hat Grinstein (2012) einen sog. \u2018grand challenge\u2019 formuliert: die Entwicklung eines Visualisierungssystems, das automatisch auf disziplinspezifische Anforderungen reagiert und die in Hinblick auf die jeweilige Forschungsfrage wie die verf\u00fcgbaren Daten optimale Visualisierungsl\u00f6sung generiert &#8211; eine utopische Idee, die f\u00fcr Culy (2013) jedoch \u201cis worth taking as a point of departure for the visualization of language and linguistic data.\u201d<\/p>\n<h3><strong>2 Forschungsfrage<\/strong><\/h3>\n<p>Eine zentrale Fragestellung der aktuellen <em>Digital Humanities-<\/em>Forschung, die sich aus dieser Problemstellung ableitet, lautet: Wie k\u00f6nnen komplexe geisteswissenschaftliche Daten durch interaktive visuelle Darstellung besser zug\u00e4nglich und dadurch f\u00fcr geisteswissenschaftliche Analysen nutzbar gemacht werden? Wie k\u00f6nnen also Daten mittels Visualisierung in Wissen \u00fcbersetzt werden? Vorausgesetzt wird dabei, dass in computergest\u00fctzten Prozessen bestimmte Merkmale unserer Welt zun\u00e4chst in eine vom Computer verarbeitbare Form \u00fcbersetzt werden m\u00fcssen, diese maschinell bearbeitete \u00dcbersetzung jedoch anschlie\u00dfend auch wieder in eine nicht-algorithmisierte Form gebracht werden muss, um \u00fcberhaupt sinnvoll von Menschen verstanden und bearbeitet werden zu k\u00f6nnen. Dies entspricht dem Konzept der Expansion nach Goodings (2003), das \u00fcberall dort zum Einsatz kommen muss, wo Information nach ihrer Verarbeitung wieder f\u00fcr das menschliche Sinnverstehen zug\u00e4nglich gemacht werden soll:<\/p>\n<address style=\"padding-left: 30px;\">Having reduced some aspect of the world to a form that can be processed according to rules, the output of the computation needs to be reintroduced into the world of meaningful, human action. [&#8230;] This involves translating the output into a familiar notational system and, in some cases, restoring more basic sensory modes of apprehension, as in the case of data visualization or the phenomenology of a thought experiment. [\u2026] Instead of looking for cognitive capacities of the sort required by an algorithmic view of science as rule-based reasoning about an inherently digitizable world, we should investigate those cognitive capacities that enable practitioners from different cultures to exchange meanings and methods.<\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\">(Goodings 2003:281; vgl. dazu auch Willard McCarty 2014)<\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0<\/address>\n<p>\u00a0Ein wesentliches Forschungsdesiderat ist damit f\u00fcr die Digital Humanities die Entwicklung von Methoden, die eine konzeptionell reflektierte &#8220;R\u00fcck\u00fcbersetzung&#8221; generierter Daten in eine visuelle Form garantieren, die ihrerseits als <em>geisteswissenschaftlicher<\/em> Befund \u00fcber das untersuchte Objekt\/die untersuchten Objekte interpretiert werden und f\u00fcr die weitere Analyse interaktiv manipuliert werden kann. Konkrete Visualisierungstools und Visualisierungsmetaphern gibt es zwar schon jetzt in einer schier un\u00fcberschaubaren Vielfalt \u2013 ein reflektiertes <em>Visualisierungskonzept<\/em> f\u00fcr die Geisteswissenschaften, das von einer Typologie der Forschungsfragen und der methodischen Logik ihrer Forschungsprozesse her entworfen ist, steht jedoch aus. Digitale Visualisierungsl\u00f6sungen werden von den Geisteswissenschaften deshalb zumeist unhinterfragt aus anderen Verwendungskontexten importiert (z.B. Kreisdiagramme, Verlaufskurven, Scatter Plots etc. aus der Statistik) oder bestenfalls als ein \u201airgendwie\u2018 erstaunlich funktionales Tool angenommen (z.B. Word Clouds), das Dank des sog<em>. Wow-Effekts <\/em>zwar intuitiv \u00fcberzeugt, methodisch wie epistemologisch jedoch letztlich opak bleibt. Im Unterschied zu diesem <em>trial and error<\/em>-Ansatz in der bisherigen geisteswissenschaftlichen Visualisierungspraxis orientiert sich das hier konzipierte Forschungsvorhaben an einer ausgewiesenen methodischen Leitidee: der <strong>interaktiven Exploration <\/strong>geistes- wissenschaftlicher Datenkomplexe (d.h. den multimedialen bzw. intermedialen Prim\u00e4rdaten zuz\u00fcglich des Gesamtspektrums an Meta- und Sekund\u00e4rdaten und Verweisen, die auf diese referieren). Derart methodisch fokussiert k\u00f6nnen bestehende wie noch zu entwickelnde digitale Visualisierungen die Analyse und Interpretation in verschiedenen disziplin\u00e4ren Anwendungskontexten gezielt unterst\u00fctzen, indem sie die dort etablierten geisteswissenschaftlichen Methoden als zentrale Elemente in Konzeption und Entwicklung bzw. die Auswahl von Visualisierungen integrieren. Wichtig ist dabei insbesondere, geeignete visuelle Metaphern f\u00fcr bestimmte Datentypen bzw. Gruppierungen der Daten zu finden, oder jene Aktionen zu identifizieren, die durch die interaktive Manipulation der Visualisierungen als m\u00f6gliche Forschungszug\u00e4nge unterst\u00fctzt werden sollen. Zugespitzt gesagt lautet die Pr\u00e4misse des Vorhabens also: die Prinzipien, auf denen die Visualisierungen basieren, m\u00fcssen methodisch aus den Geisteswissenschaften abgeleitet werden \u2013 und nicht umgekehrt. Ein solcher methodisch reflektierter Zugang ist ausschlaggebend f\u00fcr die Nutzbarkeit \u2013 und gleichzeitig auch: f\u00fcr die Akzeptanz \u2013 der entwickelten Visualisierungen, wurde aber bisher nur in geringem Ma\u00dfe diskutiert (vgl. hierzu insbesondere sprachwissenschaftliche Zug\u00e4nge in Culy 2013). Er garantiert, dass die Darstellung der untersuchten Daten nicht mehr auf einem Black Box-Modell basiert, das die Prinzipien f\u00fcr die Generierung der Visualisierungen ausblendet, sondern es erm\u00f6glicht Dank seiner Transparenz einen methodisch reflektierten, visuell unterst\u00fctzten Zugang, der f\u00fcr eine hermeneutisch funktionale <em>Big Data<\/em>-Forschung in den Geisteswissenschaften erforderlich ist. Entsprechend gilt, was Lu Xiao et al. (2013) in einem vergleichbaren Projekt im Bereich der Menschenrechtsforschung beobachten:<\/p>\n<address style=\"padding-left: 30px;\">The move toward data-driven research suggests the automatic sifting of large scale information hoping for patterns that may be revealing; and indeed they may. But it runs counter to the scientific method of starting with a hypothesis and looking for the relevant data against which to test it. Data \u2013 in the sense of evidence \u2013 is only data for a theory or hypothesis.<\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\">Lu Xiao et al. (2013:104)<\/address>\n<address style=\"padding-left: 30px;\">\u00a0<\/address>\n<p>\u00a0Dieses Credo teilen wir ebenso, wie die von den Autoren vertretene Idee eines nutzerzentrierten, partizipatorischen Design- und Entwicklungs-Workflows f\u00fcr Visualisierungsl\u00f6sungen.<!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; in English Dreidimensionale dynamische Daten-Visualisierung und Exploration f\u00fcr Digital Humanities-Forschung Physically visualizing data empowers human cognitive processes and enables us to see what might not otherwise be seen when reviewing more traditional representations. (Chavez 2012:3) \u00a0 Kurzbeschreibung 3DH ist ein 3-j\u00e4hriges Pilotprojekt zur Vorbereitung eines umfassenderen Verbundforschungsvorhabens in der anschlie\u00dfenden Hauptphase. 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