Dieser Mann wußte Zeilen
mit Sägezahn zu feilen:
RATSCH!

Dieser Mann wußte Zeilen
mit Sägezahn zu feilen:
RATSCH!

So auf einmal, dieser Sommer;
am Rock hängt mir mein Gestern noch
und will etwas zu Ende bringen.
Bin aus dem Takt geraten
im Reigen meiner Gegenwarten -
so leichtfüßig die Zeit!
Es bleibt nur eines: sei galant
für ein paar Schritte mag sie dann
an deinem Arm sich führen lassen...
Schelmisches Kind, wir beide
tanzen den Tanz, und wissen schon
- Unsagbares bedarf der Trope -
um seine Schlußfigur:
eine Synkope.
And just like that, another summer;
my yesterday still tugging at my coat
urging to finish something.
I missed a beat, a jolt has struck
the round-dance of my presences -
how light-footed time is!
What's left: just be gallant
maybe for some steps then it might
by your arm let itself be led...
Mischievous child, the two of us
will dance the dance, already do we know
- unspeakable calls for a trope -
its final movement:
a syncope.
Ich hab' gelegentlich
Gefühle; Kopfschmerzen auch
mitunter Lust
erfreue mich an dem Besitz
solang ich nicht im Fühlen wühle
denn Selbstbezüglichkeit verschafft Verdruß
each step a brush
across the canvas set upon the trestle
of my mind
each stroke
a whiter shade of pale
welcoming the sublime
each rock, each plant
the gods they grant
for us to paint them all
upon the canvas without trestle
the canvas of our soul

Photograph by Jo-Anne Hay (2025)

there is no such thing
as the currency of offering
with mortals the gods
will not barter
unappeased by our praise
unimpressed by our scorn
the dice will be thrown
and the game
will be played open hand
not for loss
not for gain
(Meinem Bruder Martin zum 65. Geburtstag)
Kann mir jetzt mal jemand (ich hab ihn vergessen)
den wahren Grund dafür sagen, nach Jahren
das eigene Leben zu vermessen
anstatt am absolut Unzählbaren
von Mal zu Mal Einmaligkeit zu suchen?
Bloß existentielles Konto zu buchen
im Dienst chronologischer Bilanzen?
Auf Vieren - so lehrt uns das Gleichnis - beginnt's
auf Zwei'n triumphiert's,
auf Dreien verrinnt's
das menschliche Sein.
Die markerschütternde Lehre vom Ganzen?
Es gibt keine Zeit und es gibt auch kein
Ganzes.
Es gibt überhaupt nix jenseits dieses Jetzt
Zuletzt wie Zuerst gibt's nur Gegenwart.
Philosophisch gesehen durchaus apart
und profund, meine Quintessenz.
Punktum Exzellenz --
aus dem Ei geschlüpft nun und aufs Neue ins Sein
Pointierter gesagt: Compagnero, hau' rein!
PS: Ja, ja, ich weiß da oben hängt
in der Luft noch unbereimt ein "Ganzes"...
Ein Schuft, wer dabei Böses denkt
z.B.: an die Länge des göttlichen –
OK, ok, geschenkt, geschenkt! –
Wir bleiben im Bild: "Eiertanzes".

in sand gebettet das scherbenglück
am muschelstrand
mußt nicht aufs ganze gehen
kannst in dem bruchstück sehen
abwesendes
als wär’s zur Hand.
zwangsgesäugt mit der milch
reiner denkungsart
wirst du ins partizip erhoben:
frei von der last des geschlechts,
geadelt von keuscher lust
am geborgten geschick.

East by South-East:
This morning of the Fairy terns
let us be brave and steadfast
while the edges
frizzle in on us


am ebbenden wörtermeer
die dekade beschlossen:
die welt zieht strudelnd sich in sich zurück
im wogensaum glitzert
die jahresspur