Der Temporalitätseffekt

Entwurf und computergestützte Operationalisierung eines Konstituentenmodells narrativer Zeitlichkeit.

In Zusammenarbeit Günter Dammann, Rolf Krause und Wilhelm Schernus. Abgeschlossen 2010.

Vor dem Hintergrund eines Resümees zum Forschungsfeld ‘narrative Temporalität’ widmete sich dieses DFG-geförderte Projekt der Entwicklung eines neuen Konstituentenmodells zum ‘Zeitlichkeitseffekt’. Dieser wurde – als Rezeptionseindruck temporaler Strukturierung der Narration sowohl auf fiktional-gegenständlicher wie auf diskursiver Ebene – zurückgeführt auf die Distribution empirisch nachgewiesener ‘Vorstellungen’ und ‘temporaler Operatoren’ im Text.

Im Zuge der Anwendung des Konstituentenmodells auf ausgesuchte Erzähltexte sollte zugleich gezeigt werden, welchen Beitrag ein speziell auf die Fragestellung zugeschnittener computerphilologischer Forschungsansatz zur Analyse der Kategorie ‘Zeit’ leisten kann. Hierzu wurden mehrere Software-Applikationen entwickelt, u.a. ein Markup-Programm (TempusMarker; hier erhältlich für Windows) und ein Visualisierungsprogramm (TempusPlotter) entwickelt. Ein Programm für die logische Auswertung getaggter Zeitinformationen, die dieser Visualisierungg zugrundeliegen, wurde theoretisch modelliert (TempusParser).

Aus dem Projekt gingen daneben mehrere Publikationen hervor. Einen guten Überblick über die Gesamtkonzeption gibt u.a. mein Artikel “Tagging Time in Prolog. The Temporality Effect Project”; in: Literary and Linguistic Computing; 2005 vol. 20: 107-124. Elektronische Version siehe http://llc.oxfordjournals.org/cgi/reprint/20/Suppl/107 oder hier.

Einen stärkeren Fokus auf die im Hintergrund des Projekts stehenden zeitphilosophischen Konzeptionen bietet dagegen die gemeinsam mit Wilhelm Schernus herausgegebene,  in der Reihe Narratologia 2011 erschienene Anthologie “Time. From Concept to Narrative Construct. A Reader” (Berlin, New York: de Gruyter, 2011) und darin mein Aufsatz “The Temporality Effect. Towards a Process Model of Narrative Time Construction.”