Jetzt wird gehobelt!
Jetzt fallen Späne!
Jetzt ziehen wir das Rauhe glatt!
Und dieser Künste Preis?
Ein Gegenüber gibt’s zu schauen
formlos und unbenannt;
im Marmor seiner Gegenwart
birgt es die mögliche Gestalt
und ist kein Spiegel: ist ein Jetzt, unteilbar, unbehauen.

Dank WordPress werde ich mir selbst historisch-kritisch und stelle fest: die obige Fassung ist Resultat der dreißigsten (!) Revision des Gedichtes; die erste (handschriftliche) Fassung habe ich am 30.07.2026 in mein Tagebuch geschrieben. Unverändert geblieben sind seitdem die ersten drei (kursivierten) Zeilen und der Titel; ebenso die Idee, das impulsive “Kunsthandwerken” kritisch in den Blick zu fassen. Läuft die künstlerische Weltbegegnung nicht imer wieder darauf hinaus, sich die Welt als Spiegel zuzurichten? Wieviel an der Aisthesis ist genuine Neuentdeckung, wieviel dagegen nur Wiederentdeckung oder Thematisierung unseres Selbst?